Mittwoch, 21. April 2010

13. Tag - Deutschbücher, DIDEC, Mikrokredit, Gehörlosenschule

Franjo und Josef fahren schon um 6 Uhr mit Aliou nach Dakar. Sie sind vor der großen Rush Hour beim Goethe-Institut und holen 200 Exemplare des Schulbuchs "Ihr und wir" ab. Das Lehrmittel wurde komplett überarbeitet und soeben neu veröffentlicht. Die Textbücher und Arbeitshefte sollen in 5 Schulen verteilt werden.
Aissatou nutzt noch die letzte verbleibende Zeit, um den Krankenwagen aus dem Zoll zu kriegen, aber es ist nichts zu machen. Die drei fahren somit ohne Ambulanzfahrzeug nach Thiés zurück. Dann werden halt Aliou und ein weiterer Fahrer das Fahrzeug aus dem Hafen abholen müssen.


Unser Kooperationspartner DIDEC holt die Reissäcke für die Familien der von unseren Schulpaten unterstützten Kinder ab. Wir sind froh, dass wir auch dieses Jahr diesen Familien wieder eine Reisspende zuteilen können.

Am Mittag trifft der Dorfvorsteher von Keur Banda ein. Mit Herrn NIANG wurde ein Mikrokredit vereinbart. Er erhält den Microfinance-Vertrag mit den Rückzahlungsmodalitäten vorgelegt und erklärt sich mit den Bedingungen einverstanden. Mit dem Kredit will die Dorfgemeinschaft in einem Teil des Schneideratelier-Containers an der Hauptstraße einen kleinen Laden einrichten. Es sollen Dinge des täglichen Bedarfs verkauft werden, die in den kleinen Ortschaften nicht erhältlich sind sowie dann auch eigene Produkte aus dem Gartenprojekt.

Kerstin und Werner besuchen noch den Kunsthandwerkermarkt - es gibt so viele schöne Sachen zu kaufen. Die Kofferwaage wird schon heute eingesetzt um zu gucken, was noch geht!


Um 16 Uhr stehen wir wieder in Tenue ROT auf der Matte. Heute wird der Grundstein der neuen Gehörlosenschule in Thiés errichtet. Es gibt nur etwa 3 Schulen für Gehörlose im Senegal. Die bisherige Schule in Thiés ist sehr heruntergekommen und reicht für die mittlerweile auf 35 Kinder angewachsene Schülerzahl nicht mehr aus.

Die neue Schule wird genug Platz bieten - und sie ist ausbaufähig. Die Sensibilität für die Bedürfnisse und die Förderung behinderter Menschen wächst auch im Senegal. Die Tatsache, dass die Stadt und die Ministerien Abgeordnete schicken ist schon ein Zeichen dafür. Als dann der Bürgermeister DIATARA noch zusagt, dass in Zukunft die Stadt für die Besoldung der Gehörlosenlehrer einsteht, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung getan.

Die Freude ist auch bei den Schülern zu spüren, für die einer der 3 Lehrer in Gebärdensprache übersetzt. Sie winken freudig mit beiden Händen, dem Zeichen für Applaus.

Nach 4 Stunden sind wir alle etwas verschwitzt und müde wieder im Hotel. Für Dieter und Franjo geht das Schwitzen gleich in der Küche weiter. Sie haben uns für heute Abend Reibekuchen und Apfelmus versprochen! Sozusagen die Akklimatisierungskost für Deutschland. Unser Flug für morgen Abend bis nach Madrid ist bestätigt!


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