So. Nach eine ersten Forschungsphase, in der ich einige Interviews durchgeführt und andere Methoden angewandt habe, steht nun die nächste Stufe an: Teilnehmende Beobachtung des alltäglichen Lebens im Dorf. Zu diesem Zweck werde ich zunächst einmal für einige Tage dort wohnen, bei einer Frau die ich inzwischen recht gut kenne und der ich vertraue. Ich denke bei ihr und ihren Kindern ist es sicher. Natürlich ist mir schon etwas seltsam und mulmig zumute, aber andererseits freu ich mich auch auf diese Erfahrung. Zumal ich ja nicht aus der Welt bin: Ich hab das Auto dabei, bin über Handy erreichbar, und werde ja auch nur knapp 30 km von Thiès entfernt sein. Doch ich denke, für meine Forschung ist dies unabdingbar: nicht immer nur morgens ankommen und abends wieder wegfahren, sondern wirklich mal am Leben der Leute dort teilnehmen.
Dass ich mit den Dorfbewohnern aus einer Schüssel esse, und mir die Zeit nehme mit wirklich jedem in den 11 Häusern zu sprechen (auch in denen die am weitesten entfernt sind), und dass ich auf meinem Weg durch den Busch immer Leute mitnehme, die sich freuen dass sie nicht laufen müssen, öffnet mir bereits einige Türen. Und dadurch, dass ich eben mal einige Zeit im Dorf lebe, bekunde ich weiterhin Vertrauen und Interesse an ihrem Leben.
Dass es nicht ohne Risiko ist, als Frau allein so etwas zu unternehmen ist mir durchaus bewusst, aber ich denke im vorliegenden Fall kann ich es wagen. Zurückhaltung und Vorsicht sind natürlich weiterhin geboten, das ist mir klar.
Wie dem auch sei, ich werde mich Freitag hoffentlich gesund und munter (einmal war ich ja schon krank) zurückmelden.
So, jetzt ist der Strom ausgefallen, und damit natürlich auch das Internet, und ich schreib das hier mal kurz offline fertig, in der Hoffnung dass ich es morgen früh noch posten kann.
...Nächster Morgen. Strom ist wieder da. Hier nun also der Post.
Montag, 28. Juni 2010
Montag, 21. Juni 2010
Auto angeschrammt...
Nein, keine Sorge, ICH kann fahren...nur der dämliche LKW offenbar nicht. Ich hab es leider nicht mitbekommen, und der Wächter vorm Hotel hat gemeint es wär nix passiert, und hat mich folglich nicht gerufen.
Aber der Reihe nach: Der Nissan stand vor dem Hotel geparkt, wo er immer steht. Aliou kommt heute Nachmittag plötzlich zu mir und fragt mich ob ich das mit dem LKW schon gesehen hätte. Ich hatte keine Ahnung was er meint, und als ich nachsehen geh, hat ein offenbar roter LKW den Nissan auf Höhe der Türgriffe gestreift und ne ziemlich tiefe Macke reingemacht. Das allein ist schon ärgerlich. Aber dann stelle ich fest, dass sich nun die Verrigelung der Tür nicht mehr öffnen lässt, die wurde offenbar eingedrückt und verbogen. Und der Wächter, der das Schrammen wohl gehört hatte, dachte, der Rückspiegel sei getroffen worden, was nicht der Fall war. Die Macke hat er nicht gesehen, und den Fahrer des LKW nicht angehalten. Deshalb haben wir nun leider keinen, der uns den Schaden zahlt. Na, hoffen wir dass es nicht so teuer wird!
Donnerstag, 17. Juni 2010
Mal wieder ein Lebenszeichen...
Tja, es ist nicht einfach hier: da nimmt man sich vor, mal wieder was in den Blog zu schreiben, und dann ist im Büro kein Internet, weil die Sonatel mal wieder was verschlampt hat (inzwischen gehts aber zum Glück wieder), und das WLAN im Hotel ist manchmal etwas launisch...aber gut. So ist das hier.
Ich lebe noch, und mir gehts besser denn je. Fast jeden Tag bin ich in Diass Palam und erfahre jeden Tag mehr über die Wassernutzung, und zum Glück nicht nur das ganze offizielle Reglement, sondern auch einige recht interessante informelle Aspekte, nach denen ich ja eigentlich suche.
Gestern habe ich die äußerst interessante Bekanntschaft mit Rahim von "Wasser für Senegal" gemacht, was für mich natürlich eine große Chance ist, da er ja aus meinem Fachgebiet ist. Und heute haben wir dann eine kleine Tour durch einige seiner Projektdörfer gemacht, etwa 60 km von Thiès entfernt, wo ich auch mal die Situation erleben durfte, wenn noch kein Wasserturm, Pumpe, Motor und Wasserhahn vorhanden sind. Das war mal Kontrastprogramm und sehr spannend. Und ich konnte natürlich viele Informationen sammeln und viele Menschen kennenlernen!
Alles in allem also ein richtig toller Tag, der mich in dem was ich und auch die O.N.G. (unsere und auch "Wasser für Afrika") tut, bestätigt hat!
Samstag, 12. Juni 2010
Auto
So, nun mal etwas, das eher randlich mit der Arbeit der O.N.G. zu tun hat, für mich jedoch sehr wichtig ist.
Es geht um das Auto, genauer gesagt um den Nissan. Da ich ja hier bin um die Feldforschung für meine Diplomarbeit zu machen, und zu desem Zweck jeden Tag nach Diass Palam fahren muss, war die O.N.G. so nett, mir die Nutzung eines Autos zu ermöglichen. Zunächst war der Opel aus dem Depot im Gespräch, aber weil das mit den Papieren nun doch etwas länger dauert als gedacht, darf ich nun den Nissan fahren! Das ist phantastisch und sehr hilfreich, zumal der ja viel besser fürs Gelände geignet ist als ein Kombi. Und so kommt es dass ich nun jeden Tag unseren guten alten Nissan nach Diass fahre, und immer ganz viele Schülerinnen und Marktfrauen mit Babys froh sind, den Weg durch den Busch und den Sand unter der sengenden Sonnen nicht laufen zu müssen. Auf diese Weise kennen mich inzwischen auch alle im Dorf.
Jedenfalls an dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön an die O.N.G.!
Heute Vormittag hatten wir dann noch eine kleine Mitarbeiterbesprechung (Aliou, Cheikh und ich), wo wir alles was sich so die Woche über angesammelt hatte, besprechen konnten, bevor wir uns in ein entspanntes Fussball- Wochenende verabschiedet haben.
In diesem Sinne, ich werd jetzt auch gleich mal vor zur Rezeption gehen und schaun, wie das Spiel England- USA steht.
Es geht um das Auto, genauer gesagt um den Nissan. Da ich ja hier bin um die Feldforschung für meine Diplomarbeit zu machen, und zu desem Zweck jeden Tag nach Diass Palam fahren muss, war die O.N.G. so nett, mir die Nutzung eines Autos zu ermöglichen. Zunächst war der Opel aus dem Depot im Gespräch, aber weil das mit den Papieren nun doch etwas länger dauert als gedacht, darf ich nun den Nissan fahren! Das ist phantastisch und sehr hilfreich, zumal der ja viel besser fürs Gelände geignet ist als ein Kombi. Und so kommt es dass ich nun jeden Tag unseren guten alten Nissan nach Diass fahre, und immer ganz viele Schülerinnen und Marktfrauen mit Babys froh sind, den Weg durch den Busch und den Sand unter der sengenden Sonnen nicht laufen zu müssen. Auf diese Weise kennen mich inzwischen auch alle im Dorf.
Jedenfalls an dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön an die O.N.G.!
Heute Vormittag hatten wir dann noch eine kleine Mitarbeiterbesprechung (Aliou, Cheikh und ich), wo wir alles was sich so die Woche über angesammelt hatte, besprechen konnten, bevor wir uns in ein entspanntes Fussball- Wochenende verabschiedet haben.
In diesem Sinne, ich werd jetzt auch gleich mal vor zur Rezeption gehen und schaun, wie das Spiel England- USA steht.
Mittwoch, 9. Juni 2010
Brunnenreinigung
So, nun mit einem Tag Verspätung, weil gestern Abend natürlich im richtigen Moment Stromausfall war, ein kurzes Update meiner Arbeit hier.
Gestern fuhren Aliou und ich nach Fandene raus, einem kleine Ort nahe Thiès. Dort befindet sich ein Garten, in dem Mangobäume und Limetten prächtig gedeien, und zwar weil sie mittels eines Brunnens bewässert werden können.
Und dieser Brunnen war auch Ziel unseres Besuches. Er musste nämlich gereinigt werden, was bedeutete dass einer der Männer, die da arbeiten, an einem Seil in den 8m tiefen Schacht hinabgelassen wurde, um unten die Steine, den Schlamm, und all das Zeugs, was Kinder hineingeworfen hatten, herauszufischen. Das war vielleicht ne Aktion: Erst nen Stock finden, der dann an das Seil gebunden wurde, um darauf den Mann wie mit nem Anker- Skilift in den Brunnen hinabzulassen, wozu drei weitere Männer das Seil festhielten. Als er dann unten war, wurden Harken und Rechen hinabgelassen, sowie ein alter Reissack, in den er den Matsch und Müll laden konnte.
Alles in allem eine sehr lustige Aktion, bei der ich gelernt habe, das solche Anlagen mühevoll gewartet werden müssen, dass es aber durchaus was bringt: Dank der Bewässerung können die Pflanzen auch jetzt am Ende der Trockenzeit, wenn sonst schon alles braun ist, gut wachsen. Und das ist für die Leute hier auf dem Land enorm wichtig, wie mir die Familien in Diass Palam heute erzählt haben, mit denen ich ihm Rahmen meiner Uni- Forschungen über Wasser gesprochen habe.
Sonntag, 6. Juni 2010
Und es geht weiter!
So nun möchte ich mich nur kurz vorstellen (einige werden mich bereits kennen): Mein Name ist Bettina Werner, und ich war letzten Sommer als Praktikantin drei Monate hier in Thiès.
Da ich aktuell für meine Diplomarbeit forsche, bin ich jetzt noch bis ende Juli hier vor Ort, und natürlich bekomme ich hier hautnah mit, was in Sachen O.N.G.- Projekte so passiert.
Ich bin jetzt eine gute Woche hier, und konnte bereits einmal zur Baustelle unserer neuen Schule rausfahren. Die Arbeiten haben begonnen. Die Erde dort ist sehr hart und mit großen Steinbrocken durchsetzt, und die Arbeiter haben gut zu tun, die Gräben für das Fundament auszuheben. Aber es lassen sich schon Fortschritte erkennen, wie auf den Photos zu erkennen.
Soviel einstweilen. Morgen werde ich mich dann erstmal um meine Forschung in Diass Palam kümmern, und am Dienstag dann wohl mit Aliou nach Keur Banda rausfahren, da sind Reparaturen an der Wasserpumpe nötig.
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