Montag, 28. Juni 2010

Auf gehts ins Feld!

So. Nach eine ersten Forschungsphase, in der ich einige Interviews durchgeführt und andere Methoden angewandt habe, steht nun die nächste Stufe an: Teilnehmende Beobachtung des alltäglichen Lebens im Dorf. Zu diesem Zweck werde ich zunächst einmal für einige Tage dort wohnen, bei einer Frau die ich inzwischen recht gut kenne und der ich vertraue. Ich denke bei ihr und ihren Kindern ist es sicher. Natürlich ist mir schon etwas seltsam und mulmig zumute, aber andererseits freu ich mich auch auf diese Erfahrung. Zumal ich ja nicht aus der Welt bin: Ich hab das Auto dabei, bin über Handy erreichbar, und werde ja auch nur knapp 30 km von Thiès entfernt sein. Doch ich denke, für meine Forschung ist dies unabdingbar: nicht immer nur morgens ankommen und abends wieder wegfahren, sondern wirklich mal am Leben der Leute dort teilnehmen.
Dass ich mit den Dorfbewohnern aus einer Schüssel esse, und mir die Zeit nehme mit wirklich jedem in den 11 Häusern zu sprechen (auch in denen die am weitesten entfernt sind), und dass ich auf meinem Weg durch den Busch immer Leute mitnehme, die sich freuen dass sie nicht laufen müssen, öffnet mir bereits einige Türen. Und dadurch, dass ich eben mal einige Zeit im Dorf lebe, bekunde ich weiterhin Vertrauen und Interesse an ihrem Leben.
Dass es nicht ohne Risiko ist, als Frau allein so etwas zu unternehmen ist mir durchaus bewusst, aber ich denke im vorliegenden Fall kann ich es wagen. Zurückhaltung und Vorsicht sind natürlich weiterhin geboten, das ist mir klar.
Wie dem auch sei, ich werde mich Freitag hoffentlich gesund und munter (einmal war ich ja schon krank) zurückmelden.
So, jetzt ist der Strom ausgefallen, und damit natürlich auch das Internet, und ich schreib das hier mal kurz offline fertig, in der Hoffnung dass ich es morgen früh noch posten kann.
...Nächster Morgen. Strom ist wieder da. Hier nun also der Post.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen